Stellungnahme zur Automatischen Spracherkennung (ASR) | BSD|AG ASR

Schriftdolmetscher*innen übertragen gesprochene Sprache in gut lesbaren Text, damit alle Menschen die verbalen und nonverbalen Inhalte aufnehmen und an dem Gespräch teilhaben können, auch wenn sie eine Hörbeeinträchtigung haben, wenn die gerade gesprochene Sprache für sie eine Fremdsprache ist oder wenn sie sich in Umgebungen mit schlechter Akustik befinden.

Der Bundesverband der Schriftdolmetscher*innen Deutschlands vertritt die beruflichen Interessen der in ihm organisierten Schriftdolmetscher*innen, klärt die Gesellschaft über die Leistungen von Schriftdolmetscher*innen auf und setzt sich aktiv für die Sicherung und Steigerung der Qualität der angebotenen Leistungen ein.

Als Bundesverband der Schriftdolmetscher*innen Deutschland begrüßen wir die neueren Entwicklungen auf dem Feld der automatischen Spracherkennung (ASR). Apps und Software mit automatischer Spracherkennung ermöglichen Menschen mit Hörbeeinträchtigung ein Stück weit Autonomie in Kommunikations-Situationen. Sie sind vor allem in informellen Gesprächssituationen eine Hilfe, in denen die Sprecher*innen gewillt und in der Lage sind, den automatisch erzeugten Text mit der gewünschten Aussage abzugleichen und Fehler und Auslassungen zu korrigieren.

Wir warnen jedoch ausdrücklich davor, technische Möglichkeiten als pauschale Lösung für die Herausforderungen der Inklusion von Menschen mit Hörbeeinträchtigung zu werten und zu implementieren.

Schriftdolmetscher*innen übertragen Sinneinheiten und orientieren sich in der Gestaltung der Textform an den Bedürfnissen der Nutzer*innen. Der gesprochene Text kann z. B. Wort für Wort verschriftlicht, schriftsprachlich geglättet, zusammengefasst oder vereinfacht werden. Darüber hinaus übertragen sie auch nicht-sprachliche Informationen, die Guthörende automatisch aufnehmen, z. B. Emotionen oder Nebengeräusche.

ASR dagegen erkennt in Sprache keinen Sinn. Sie findet mithilfe von statistischen Modellen Buchstabenfolgen, die mit großer Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Schallkurve entsprechen. Dafür benötigen Sie eine störungsfreie Tonquelle und einen standardsprachlichen Ausgangstext. Fehler, die auch bei besten Ausgangsbedingungen häufig sind, werden nicht korrigiert. Tonfolgen, für die keine ausreichend wahrscheinliche Entsprechung gefunden wird, werden kommentarlos nicht übertragen.

Schriftdolmetscher*innen können Ausgangston mit einem deutlich breiteren Qualitätsspektrum verarbeiten. Sie können mit Dialekten, Akzenten, undeutlicher Artikulation, sprachlichen Eigenheiten, Denglisch und eingestreuten fremdsprachlichen Segmenten umgehen. Den Text gliedern Schriftdolmetscher*innen mit Satzzeichen und Absätzen. Auslassungen und Unsicherheiten werden transparent markiert. Sie können auf Rückfragen der Nutzer*innen eingehen und versetzen diese in die Lage, auf Unklarheiten zu reagieren. Sie können auf Wunsch der Nutzer*innen auch moderierend in die Kommunikations-Situation eingreifen.

ASR liefert, unabhängig von der Qualität der Übertragung, einen scheinbar verbindlichen und unhinterfragbaren Text, der darüber hinaus von den meisten Systemen ohne konsistente Groß- und Kleinschreibung und ohne korrekte Zeichensetzung ausgeliefert wird. In dem automatisch erzeugten Text sind weder Sprecherwechsel markiert noch sinnvolle Absätze gebildet und zudem werden nonverbale Äußerungen wie z. B. Ironie nicht übertragen.

Wenn Veranstalter*innen ASR zuschalten und auf Schriftdolmetscher*innen verzichten, nehmen sie in Kauf, Menschen, die sich teilweise oder ausschließlich auf den Schrift-Text verlassen müssen, unvollständige und falsche Informationen zu übermitteln.

Menschen mit Hörschädigung – z. B. in der Ausbildung, im Arbeitsleben oder beim Arztbesuch – auf eine App auf dem eigenen Smartphone zu verweisen, bedeutet, den Betroffenen die Verantwortung dafür aufzuerlegen, die akustische Grundlage für Kommunikation selbst herzustellen und aufrechtzuerhalten. Sie können sich so – anders als die guthörenden Gesprächspartner*innen – nicht ausschließlich auf die Kommunikation konzentrieren, sondern müssen parallel dafür sorgen, dass Soft- und Hardware immer aktuell und kompatibel sind, sie müssen die Stromversorgung und die Datenverbindung sicherstellen und sie müssen – als Hörgeschädigte – dafür sorgen, dass der Ausgangston den Anforderungen der ASR entspricht.

Dies trägt nicht dazu bei, dass Menschen mit Hörbeeinträchtigung gleichberechtigt und auf Augenhöhe mit Guthörenden an Kommunikation als zentralem Aspekt des gesellschaftlichen und beruflichen Lebens teilhaben können.

Teilhabe an Kommunikation lässt sich nicht einfach installieren wie eine App, die man herunterlädt und abhakt. Teilhabe an einer barrierefreien Kommunikation ist ein individueller Prozess, der jedes Mal aufs Neue gestaltet werden muss. Als Berufsverband der Schriftdolmetscher*innen Deutschlands fordern wir Kostenträger, Veranstalter*innen, Arbeitgeber*innen und Behörden dazu auf, sich nicht auf die scheinbar einfache technische Lösung zurückzuziehen, sondern Menschen mit Hörschädigung die professionelle Leistung ausgebildeter Spezialist*innen zur Verfügung zu stellen, die ihnen zusteht. Nur so kann gleichberechtigte Teilhabe gelingen.

Berlin, 25.03.2021

Mitunterzeichner*innen:

Wie verändert Corona die Arbeit der Schriftdolmetscher*innen in Deutschland?

Auch für Schriftdolmetscher*innen hat sich in ihrer Arbeit seit dem ersten Lockdown im März 2020 Vieles geändert. Wir wollten deshalb wissen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Arbeit der Schriftdolmetscher*innen konkret hat.

Dazu hat der Bundesverband der Schriftdolmetscher*innen Deutschlands e.V. (BSD) eine Online-Befragung durchgeführt.

Der Aufruf zur Teilnahme erfolgte über die Landesverbände des BSD und erreichte auch nicht im Verband organisierte Schriftdolmetscher*innen.

An der Umfrage haben 36 Personen teilgenommen, davon sind 24 in einem Landesverband des BSD organisiert. Dies entspricht ca. 25 Prozent aller im Verband organisierten Schriftdolmetscher*innen.

Befragungszeitraum war vom 21.12.2020 bis 31.01.2021.

Was wollten wir wissen?

Uns war klar, dass sich durch die Pandemie große Veränderungen für die tägliche Arbeit der Schriftdolmetscher*innen ergeben haben. Deshalb haben wir die folgenden drei Themenbereiche in die Befragung aufgenommen.

  • Auswirkungen auf Präsenzeinsätze
  • Veränderungen und Herausforderungen beim Online-Dolmetschen
  • Finanzielle Auswirkungen

Auswirkungen auf Präsenzeinsätze:

Präsenzeinsätze vor Ort (z.B. Universität, berufliche Begleitung und öffentliche Veranstaltungen) finden überwiegend nicht mehr statt. 90 Prozent der Antwortenden gaben an, dass sie seit März 2020 weniger als 25 Prozent ihrer Einsätze in Präsenz erbringen.

Bei den wenigen Präsenzeinsätzen, die möglich waren, wurde die Qualität der Hygienemaßnahmen durch die Dolmetscher*innen unterschiedlich beurteilt.

Nur etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich vor Ort sicher und geschützt fühlten. Die andere Hälfte kritisierte die bestehenden Hygienekonzepte oder deren mangelhafte Umsetzung.

Veränderungen und Herausforderungen beim Online-Dolmetschen:

Die Zahl der Online-Einsätze hat deutlich zugenommen und die Mehrheit der Schriftdolmetscher*innen hat sich damit „arrangiert“. Über 60 Prozent gaben aber an, dass sie das Online-Dolmetschen als anstrengender und belastender empfinden als die Einsätze in Präsenz. Gründe hierfür liegen in der höheren auditiven und kognitiven Belastung und der Vielzahl an unterschiedlichen technischen Systemen, mit denen sie konfrontiert wurden.

Auch mangelndes technisches Know-How auf Seiten von Kund*innen und Veranstalter*innen führt zu einer höheren Belastung der Schriftdolmetscher*innen, die im Vorfeld von Einsätzen und auch währenddessen regelmäßig technischen Support leisten müssen.

Die finanziellen Auswirkungen:

Die finanziellen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie waren für die Teilnehmer*innen an der Befragung enorm. Mehr als die Hälfte gab an, dass sie Corona-Hilfen und/oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen wie Grundsicherung oder Kurzarbeitergeld beantragt und erhalten haben.

65 % der Antwortenden erzielten in 2020 weniger Umsatz als in 2019. Diese Entwicklung hängt mit einem Wegfall von Einsätzen insgesamt zusammen, aber auch mit der Verlagerung in den Online-Bereich. Durch die Vielzahl an Online-Einsätzen verschiebt sich das Verhältnis von bezahlten Einsatzzeiten zu unbezahlten Arbeitszeiten. Während Vorbereitungszeit und technischer Abstimmungsaufwand zunehmen, werden die bezahlten Einsatzzeiten kürzer und bezahlte Reisezeiten entfallen komplett.

Die wirtschaftlichen Erwartungen der Schriftdolmetscher*innen für 2021 sind unterschiedlich. Einige sind verhalten optimistisch, andere sehr skeptisch. Eine Person gibt an, dass sie in 2020 den Beruf als Schriftdolmetscher*in aufgegeben hat, eine weitere Person denkt konkret darüber nach.
Den Vorstandmitgliedern des Bundesverbandes und der Landesverbände sind allerdings weitere Kolleg*innen bekannt, die den Beruf während der Pandemie bereits aufgegeben haben und deshalb von dieser Umfrage nicht mehr erreicht wurden.

Was folgern wir aus den Ergebnissen?

Die Verwerfungen durch die Corona-Pandemie waren auch für den Berufsstand der Schriftdolmetscher*innen erheblich. Vor allem die wirtschaftlichen Konsequenzen haben uns in dieser Deutlichkeit überrascht.

Für viele bedeutete Corona nicht nur Verdienstausfall durch den Wegfall von Einsätzen, vor allem in der ersten Welle, sondern auch Senkung der operativen Marge. Die Verlagerung in den Online-Bereich bedeutet einen höheren zeitlichen Aufwand verbunden mit einer geringeren Bezahlung. Es ist zu erwarten, dass wir auch nach der Pandemie nicht im gleichen Umfang zu Präsenzterminen zurückkehren werden wie vor März 2020.

Wir befürchten daher, dass der Beruf an Attraktivität verliert und dadurch zukünftig weniger Schriftdolmetscher*innen zur Verfügung stehen werden.

Berlin, im April 2021

Anregungen und Gedanken des Bundesverbands der Schriftdolmetscher*innen zur Anfrage des Deutschen Schwerhörigenbunds zum Konsultationsprozess „Teilhabe von Menschen mit Behinderungen unter den Bedingungen der Corona- Pandemie“

Berlin, 29.10.2020

Im Zuge des DVfR- Konsultationsprozesses hat sich unser Verband mit folgender Stellungnahme beteiligt: In diesem Schreiben finden Sie die Einschätzung des Bundesverbandes der Schriftdolmetscher*innen in Deutschland zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit verbunden Herausforderungen für unsere hörgeschädigten Kund*innen. Uns geht es darum, die Auswirkungen und Herausforderungen zu beschreiben, die wir seit Auftreten der Corona-Pandemie als Schriftdolmetscher*innen in unserer Arbeit für unsere Kund*innen wahrnehmen. Diese Herausforderungen und Probleme betreffen dabei verschiedene Themenfelder der Rehabilitation und Teilhabe, so dass wir keine explizite Zuordnung zu den vorgeschlagenen fünf Feldern vorgenommen haben.

1. Verlagerung der Kommunikation in den Online-Bereich

Mit Auftreten der Corona-Pandemie haben sich in vielen Fällen Aktivitäten in den Online-Bereich verlagert. Dies betrifft z.B. Besprechungen im Arbeitsleben, Fortbildungen, Schulunterricht, Vorlesungen, Tagungen, Sitzungen aber auch kulturelle Angebote. Hierdurch ergeben sich für Menschen mit Kommunikationseinschränkungen besondere Erschwernisse.

Im Rahmen von Videokonferenzen ist das Mundbild der Sprecher*innen nicht oder nur teilweise sichtbar, die Übertragung von Ton und Bild ist technisch bedingt häufig nicht synchron. Nonverbale Informationen, die beim Präsenzgeschehen zu einem besseren Verstehen führen, fehlen online.

Die eingesetzten Online-Konferenzsysteme sind vielfältig, der Umgang damit unterschiedlich. Für viele unserer Kund*innen stellt dies eine hohe Hürde dar, besonders dann, wenn kein profundes technisches Verständnis für digitale Lösungen vorhanden ist. Die technische Ausstattung zuhause sowie die Qualität der Internetanbindung vieler Teilnehmer*innen ist ebenfalls oft unzureichend. Mit dieser Problematik haben alle Nutzer*innen digitaler Angebote zu tun, Menschen mit Höreinschränkung sind aber in besonderem Maße betroffen, da verbale Erklärungen und Erläuterungen für sie nicht im gleichen Umfang nutzbar sind wie für guthörende Menschen.

Leider erleben wir nicht selten, dass Menschen mit Hörschädigung bei Online- Konferenzen ausgegrenzt werden. Treten bei ihnen technische Schwierigkeiten auf, werden sie mitunter nicht ernst genommen oder übergangen. Schriftdolmetscher*innen können bei der Online-Kommunikation eine wichtige Unterstützung liefern. Aufgrund der o.g. Problematik sind wir Schriftdolmetscher*innen dabei oft nicht nur in unserer eigentlichen Rolle tätig, sondern leisten regelmäßig intensiven technischen Support, teilweise nebenbei zur Mitschrifterstellung über Chat oder andere Kanäle. Dies stellt für uns eine erhebliche Mehrbelastung dar, die in Einzelbesetzung nicht zu leisten ist.

Die Abstimmung und Klärung der technischen Möglichkeiten im Vorfeld einer Online- Dolmetschung ist für uns Schriftdolmetscher*innen oft langwierig und kompliziert. Der damit verbundene Zeitaufwand wird uns in der Regel nicht vergütet. Auch die Kund*innen erfahren eine zusätzliche Belastung durch die virtuelle Teilnahme an einem Dolmetschsetting – wird die Technik vor Ort in Präsenzeinsätzen ausschließlich von den Schriftdolmetscher*innen gestellt und bedient, so wird ein nicht unerheblicher Teil der technischen Realisierung beim Online-Dolmetschen auf die Kund*innen übertragen. Dies führt zu einer Mehrbelastung und entspricht unserer Meinung nach nicht mehr der umfänglichen Dienstleistung, die wir in Präsenzeinsätzen anbieten. Zudem erschweren datenschutzrechtliche Restriktionen in vielen Unternehmen und vor allem Behörden den Einsatz des Online-Schriftdolmetschens oder machen ihn unmöglich. Auch bei Video-Sprechstunden im medizinischen Bereich ist der ergänzende Einsatz von Schriftdolmetscher*innen aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken schwierig. Die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Höreinschränkung haben sich durch die Verlagerung vieler Aktivitäten und Veranstaltungen in den Online-Bereich aus unserer Sicht deutlich verschlechtert.

Es bedarf einer Sensibilisierung für diese Problematik in der Gesellschaft, besonders bei

Arbeitgebern und Kostenträgern.

Aufklärung, Beratung und Schulung, z.B. durch die Selbsthilfeorganisationen und die Integrationsfachdienste spielen hierbei eine wichtige Rolle. Der Anteil an Online-Terminen wird auch nach der Corona-Pandemie auf hohem Niveau bleiben. Menschen mit Höreinschränkung sollten deshalb in diesem Bereich der Digitalisierung fit gemacht werden.

2. Auswirkungen der Pandemie auf Präsenz-Unterstützung durch Schriftdolmetscher*innen

Aufgrund geltender Hygienebestimmungen ist es Schriftdolmetscher*innen in vielen Situationen nicht mehr möglich, vor Ort für Menschen mit Hörschädigung tätig zu werden.

Geltende Bestimmungen führen z.B. dazu, dass für Dolmetscher*innen bei Besprechungen „kein Platz mehr ist“. In Krankenhäusern oder Rehaeinrichtungen ist aufgrund sehr strenger Regelungen und teilweiser Besuchsverbote ein Zugang von Schriftdolmetscher*innen nicht (mehr) möglich. Umgekehrt haben wir in den letzten Monaten erlebt, dass Schutzkonzepte der Veranstalter nicht ausreichend waren, wodurch wir Schriftdolmetscher*innen uns trotz eines eigenen strengen Hygienekonzeptes einer Gefährdung ausgesetzt fühlten.

Vor dem Hintergrund, dass wir Dolmetscher*innen in der Regel viel unterwegs sind und zahlreiche Begegnungen haben, gefährdet dies nicht nur unsere eigene Gesundheit, sondern auch die unserer Kund*innen. Einige Kolleg*innen haben deshalb in den letzten Monaten auf Präsenzeinsätze verzichtet. Dies verschärft nicht nur die teilweise massiven wirtschaftlichen Verluste, die sich seit dem Lockdown für unsere Berufsgruppe ergeben haben, sondern reduziert auch die Verfügbarkeit geeigneter Schriftdolmetscher*innen für unsere Kund*innen.

3. Einsatz von automatisierter Spracherkennung

Im Rahmen von Online-Formaten setzen einige Veranstalter und Organisatoren auf automatisiert erstellte Untertitel, in der Annahme, damit der Barrierefreiheit Genüge zu tun. Diese KI-gestützten Systeme erreichen jedoch bei weitem nicht die Qualität, die für unsere Kund*innen in ihrem Kontext für eine adäquate Teilhabe erforderlich wäre. Besonders in Live-Situationen und bei mehreren Teilnehmer*innen sind diese Systeme aus unserer Sicht völlig unzureichend und können die Arbeit qualifizierter Schriftdolmetscher*innen nicht ersetzen.

4. Fazit

Menschen mit Hör- und Kommunikationseinschränkungen sind ohnehin durch die zunehmende Vielfalt und Geschwindigkeit in der täglichen Kommunikation sehr belastet. Durch die Corona-Pandemie hat sich ihre Situation extrem zugespitzt. Hier besteht aus unserer Sicht die große Gefahr, dass der ohnehin fragile Fortschritt in der Barrierefreiheit für hörgeschädigte Menschen zum Stillstand kommt oder sogar Rückschritte macht. Wir sind der Meinung, dass die Unterstützung für Menschen mit einer Hörschädigung gerade in diesen Krisenzeiten erheblich ausgebaut werden muss. Dazu zählen neben Unterstützung bei der Digitalisierung in Hard- und Software auch die Sensibilisierung der Kostenträger und proaktive Angebote für sowohl Kostenträger und Arbeitgeber als auch hörbehinderte Menschen im Umgang mit dem Online-Schriftdolmetschen. Barrierefreiheit muss ausgeweitet werden mit niedrigschwelligen digitalen Angeboten, auf die jede*r Hörgeschädigte problemlos Zugriff hat.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand des Bundesverbandes der Schriftdolmetscher*innen Deutschlands e. V.

(BSD)

Die erste digitale Fortbildung des BSD: „Qualität von Schriftdolmetscher*innenleistungen“

Am Samstag, den 26.9.20 fand die erste digitale Fortbildung des BSDs zum Thema „Qualität von Schriftdolmetscher*innenleistungen“statt. Es begann mit einem spannenden Vortrag von Daniela Eichmeyer-Hell, die über ihre Dissertation zum Thema „Schriftdolmetschen – Realisierungsformen im qualitätsorientierten Vergleich“ berichtete. Danach folgte eine aktive und bereichernde Arbeit der Mitglieder in den sogenannten Breakout rooms. Dort ging es im Workshop 1 um sprachliche Konventionen und im Workshop 2 um die nicht sprachlichen Konventionen beim Schriftdolmetschen. Wir konnten einen Rekord an Teilnehmer*innen verzeichnen. Es war ein toller Austausch mit euch und wir freuen uns schon aufs nächste Mal.

Unser herzlicher Dank geht an Daniela und Mario für gelungene Workshops und den Vortrag.

#CoronaBarrierefrei

Text und 4 Bilder: „Barrierefreie Kommunikation und Corona, Leichte Informationen zum Corona-Test, Kontakt zu Dolmetschenden und Assistent*innen, Tipps zur barrierefreien Kommunikation für medizinisches Personal unter www.corona-Leichte-Sprache.de und www.barrierefreieKommunikation.de. Eine Frau mit Schal und einem Virus im Hintergrund, Smartphone und ein Reinigungstuch, Frau hustet in Armbeuge, ein Arzt macht einen Mundabstrich

Corona betrifft alle Menschen! Deshalb brauchen wir #CoronaBarrierefrei 🙌

www.barrierefreieKommunikation.de wurde ins Leben gerufen. Dort findet ihr viele Infos zu Corona und Barrierefreier Kommunikation.

👉 Tipps für medizinisches Personal: Wie kommuniziere ich gut mit blinden Menschen? Wie mache ich einen Corona-Test möglichst angenehm für Autist*innen? Wo finde ich Dolmetschende für Gebärdensprache? 

Wir hoffen, dass wir Euch damit ein wenig helfen können.

👉 Kontakt zu Schriftdolmetschenden, Assistent*innen und Dolmetschenden für Leichte Sprache, Gebärdensprache und taubblinde Menschen. 

👉 Kommunikationsmaterial in Einfacher und Leichter Sprache: Ein Plakat mit einer einfachen Erklärung eines Corona-Tests, ein Glossar mit vielen Begriffen zum Virus und ein Handblatt, auf dem medizinisches Personal ankreuzen kann, wie es nach dem Test weitergeht: „Sie sind in Quarantäne, bitte bleiben Sie zu Hause“ oder „Bitte reinigen Sie ihr Smartphone“. Mehr Informationen zu Corona in Leichter Sprache findet ihr unter www.corona-leichte-sprache.de

Entstanden ist das Projekt aus einem breiten Bündnis von Verbänden und Aktiven: BGSD e.V., Bundesverband der Schriftdolmetscher Deutschlands e.V., Deutscher Schwerhörigenbund e.V., Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V., Taubblindenassistenz, Forschungsstelle Leichte Sprache Hildesheim, Barrierefrei Posten, LunA – Leipzig und Autismus e.V., Anne Leichtfuß, Simone Fass, Inga Krämer, Maya Hässig, Diana Schackow, Eileen Leydecker, Inga Schiffler, Natalie Dedreux, Paul Spizeck, Anna-Lisa Plettenberg, Johanna von Schönfeld, Thomas Szymanowicz und Julia Bertman und viele mehr.

Gemeinsam wenden wir uns außerdem an die Untersuchungsstellen und die zuständigen Stellen, informieren Sie und senden Ihnen unsere Fragen zum Dolmetschen während der Untersuchung.

Schaut vorbei und teilt die Seite gern weiter!

Task Force barrierefreie Kommunikation | Corona

Viele Verbände und Selbstständige haben sich in den letzten Wochen zu einer Task Force zusammengeschlossen und sich ausgetauscht, wie wir in dieser herausfordernden Zeit weiterhin Menschen unterstützen können. Ein Ergebnis ist die Website „barrierefreie Kommunikation (und Corona)“. Auf dieser Seite befinden sich unter anderem Kontaktlisten von Dolmetschenden und Assistent*innen, die Ferndolmetschen anbieten oder bereit sind, während einer Testung vor Ort zu dolmetschen.
Auch Tipps, wie man mit betroffenen Personen umgeht, sind hier zu finden.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei der gesamten Task Force für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Ein besonderer Dank geht an den Deutschen Schwerhörigenbund e.V. für seine Unterstützung.

Der Link zur Seite lautet: www.barrierefreieKommunikation.de

BSD Positionspapier: Coronavirus

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat immense und mittlerweile absehbar nachhaltige nationale und internationale Auswirkungen auf die Wirtschaft. Aus Bekämpfungsmaßnahmen resultierende Veranstaltungsverbote sowie Bewegungs- und Kontaktbeschränkungen haben unmittelbare drastische Auswirkungen auf die Arbeit von Schriftdolmetschern und Schriftdolmetscherinnen. Ihre Arbeitseinsätze haben sich binnen weniger Wochen nicht nur reduziert, sondern sind auf praktisch Null eingebrochen. Die Bundesregierung hat umfangreiche Hilfsprogramme in Aussicht gestellt und erste konkrete Maßnahmen sind auf den Weg gebracht. Trotzdem halten wir es für geboten, auf die Situation, in der sich Schriftdolmetscher und Schriftdolmetscherinnen und jene Menschen, die ihre Dienstleistungen in Anspruch nehmen, derzeit befinden, besonders aufmerksam zu machen. Schriftdolmetscher und Schriftdolmetscherinnen arbeiten gleich ihren dolmetschenden Kolleginnen und Kollegen überwiegend freiberuflich und sind deshalb von diesem wirtschaftlichen Einbruch besonders betroffen, weil ihnen daher nicht der Rückgriff auf soziale Leistungen wie bspw. Kurzarbeitergeld für abhängig Beschäftigte zur Verfügung steht und sie von heute auf morgen ohne berufliche Einkünfte sind. Auch im Einzelfall noch auflaufende Stornogebühren sind mit den eingangs angesprochenen behördlichen Anordnungen hinfällig – sämtliche Lebenshaltungs- und beruflich veranlassten Kosten bleiben jedoch bestehen.

Der Bundesverband der Schriftdolmetscher Deutschlands e. V. (BSD) fordert als berufsständische Vertretung seiner in den meisten Fällen freiberuflich tätigen Verbandsmitglieder als dieser Art besonderer Berufsgruppe entsprechende sozialpolitische, steuerliche und konjunkturelle Unterstützung. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass Schriftdolmetscher und Schriftdolmetscherinnen Dienstleistungen für Menschen mit Hörbehinderungen erbringen, auf die diese in all ihren Lebensbereichen  angewiesen sind, um am gesamten gesellschaftlichen Leben selbstbestimmt teilhaben zu können. Dies betrifft in besonders starkem Maße die Bereiche Bildung und Beruf, aber auch die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung und die Wahrnehmung von Rechten Hörbehinderter in Verwaltung und Justiz. Schriftdolmetscher und Schriftdolmetscherinnen leisten mit ihrer Arbeit zur Herstellung von Kommunikation für Menschen mit Hörbehinderung einen systemischen Beitrag, der mit anderen Mitteln nicht in annähernd gleicher Weise ermöglicht werden kann.

Wir fordern daher Politik und Verwaltung zu umgehendem Handeln unter besonderer Berücksichtigung von Selbstständigen und freiberuflich Tätigen auf, um sowohl den Dienstleistern und Dienstleisterinnen berufliche Existenz und Perspektive zu ermöglichen als auch jenen Menschen, die auf diese Leistungen angewiesen sind, Kontinuität bei ihrer Inanspruchnahme zu gewährleisten.

Positionspapier BSD: Umsatzsteuer

Um den Kontext klarzumachen, wird zu Beginn eine kurze Zusammenfassung gemacht:
Kern ist die Regelung des § 4 Nr. 16 Buchst. l UStG.
㤠4 Steuerbefreiungen bei Lieferungen und sonstigen Leistungen
Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei:

16. die mit dem Betrieb von Einrichtungen zur Betreuung oder Pflege körperlich, geistig oder seelisch hilfsbedürftiger Personen eng verbundenen Leistungen, die von
l) Einrichtungen, bei denen im vorangegangenen Kalenderjahr die Betreuungs- oder Pflegekosten in mindestens 25 Prozent der Fälle von den gesetzlichen Trägern der Sozialversicherung oder der Sozialhilfe oder der für die Durchführung der Kriegsopferversorgung zuständigen Versorgungsverwaltung einschließlich der Träger der Kriegsopferfürsorge ganz oder zum überwiegenden Teil vergütet worden sind, erbracht werden.
Leistungen im Sinne des Satzes 1, die von Einrichtungen nach den Buchstaben b bis l erbracht werden, sind befreit, soweit es sich ihrer Art nach um Leistungen handelt, auf die sich die Anerkennung, der Vertrag oder die Vereinbarung nach Sozialrecht oder die Vergütung jeweils bezieht; …“
Die Regelung wurde 2009 in das UStG aufgenommen, um im Zuge der Umsetzung der EU-Mehrwertsteuerrichtlinie auch Pflegedienstleistungen umsatzsteuerfrei zu stellen, deren Erbringer nicht als soziale Einrichtung anerkannt sind. (im Jahre 2011 leicht geändert – der dort enthaltene Prozentsatz von 40 auf 25 % gesenkt).
Ziel der erwähnten EU-Mehrwertsteuerrichtlinie war die Entlastung der öffentlichen Sozialhaushalte.
Die Finanzministerien der Länder und des Bundes sind der Auffassung, dass auch Leistungen von GebärdensprachdolmetscherInnen unter diese Regelung fallen. Inzwischen haben sie sich dahingehend verständigt, dass dies auch für Schriftdolmetscherdienstleistungen gilt.
Es betrifft insbes. Leistungen nach § 54 und 75 SGB XII, 102 SGB IX und 19 Abs. 2 SGB II.
Auch wenn wir uns im Sinne dieser Vorschrift nicht für Einrichtungen halten und auch unsere Leistungen nach unserer Auffassung keine Pflege- und/oder Betreuungsleistungen sind, sind sich die Länder- und Bundesfinanzbehörden einig, dass auch Einzelpersonen sehr wohl als „Einrichtung“ im Sinne dieser Vorschrift betrachtet werden können, und dasss der Begriff der Pflege und Betreuung sehr, sehr weit auszulegen sei und daher nicht nur – wie ursprünglich
gedacht – echte Pflegedienstleistungen unter diese Vorschrift fallen würden, sondern eben auch die Leistungen von GebärdensprachdolmetscherInnen, respektive SchriftdolmetscherInnen. Wichtig hierbei ist zu sagen, dass unsere Leistungen nicht als Betreuungs- oder Pflegeleistungen eingestuft werden, sondern als “eng verbundene Leistungen”, diesen feinen Unterschied gilt es zu beachten.
Letztendlich wird zur Begründung immer auch die Zielsetzung der genannten EU-Richtlinie herangezogen, die Sozialkassen zu entlasten, und daher könnten eben auch weitere als die ursprünglich gedachten Leistungen unter diese Regelung fallen, so die Auslegung durch die Finanzbehörden. Wir dürfen sogar davon ausgehen, dass dies weitere andere Dienstleistungen im Sozialbereich betreffen kann.
Mittlerweile nutzen viele SchriftdolmetscherInnen diese Reglung und sind umsatzsteuerbefreit. Genaue Daten liegen hierzu nicht vor.
Der Bundesverband der GebärdensprachdolmetscherInnen bemüht sich um die Ergänzung des § 4 UStG um eine weiteren Buchstaben in Nr. 16, nach der Leistungen von GebärdensprachdolmetscherInnen generelll umsatzsteuerfrei sind. Ziel ist es, über eine ergänzende oder geänderte Regelung im UStG die Freistellung von der Umsatzsteuer für sämtliche Leistungen unabhängig einer prozentualen Schwelle zu erreichen. Auf diese Weise hätte sich die Problematik der Fallzählungen und der mit einem entsprechenden Nachweis verbundenen Schwierigkeiten erledigt.
Der Bundesverband der Schriftdolmetscher e.V. (BSD) schließt sich in diesem Positionspapier den Bemühungen des Bundesverbandes der GebärdensprachdolmetscherInnen an. Ein eigener Buchstabe im Gesetz wird auch vom BSD befürwortet. “
Eine verbindliche Empfehlung können wir unseren Mitglieder aber nach wie vor nicht geben. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen, die für sie/ ihn passende Entscheidung bezüglich ihrer/ seiner umsatzsteuerrrechtlichen Behandlung selbst zu treffen.

Berlin, 19.02.2020

Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetscher im sozialen Bereich

Menschen mit Hörbehinderung sind in allen Bereichen des Lebens aktiv und sollen dort in der Kommunikation entsprechende Unterstützung erhalten. Während im beruflichen Bereich, in Schule, Studium und Ausbildung, bei Arztbesuchen und Gerichtsterminen der Einsatz von Schriftdolmetschern gefestigt ist, wird der soziale Bereich bisher eher stiefmütterlich behandelt. Dabei ist klar festzuhalten, dass auch dieser Bereich eine zentrale Stellung im Leben von Menschen hat und auch dort professionelle Unterstützung gefordert ist.


Für eine soziale Teilhabe (vgl. SGB IX, § 78) benötigen Menschen mit Hörbehinderung Gebärdensprachdolmetscher, Schriftdolmetscher oder andere geeignete Kommunikationshilfen, um simultan und in Echtzeit an der Kommunikation teilhaben zu können, z. B. im Ehrenamt, in der Betreuung ihrer Kinder, in Absprachen mit Banken und Versicherungen etc. p.p. Welche Form der Unterstützung Menschen mit Hörbehinderung nutzen, wählen sie selbst (Wunsch- und Wahlrecht).

Bezüglich Kommunikation mit Hilfe von Schriftdolmetschern/Schriftdolmetscherinnen: Um eine solche simultane Echtzeit-Kommunikation zu gewährleisten, werden professionelle Kräfte bevorzugt eingesetzt, die folgende Kriterien erfüllen:

1. Zertifikat von Deutscher Schwerhörigenbund e. V., Kombia GbR, Akademie Z & P, SDIMuc oder andere vergleichbare Zertifikate (z. B. aus dem deutschsprachigen Ausland) oder die Staatliche Prüfung

2. Anerkennung und Einhaltung der Berufs- und Ehrenordnung der Schriftdolmetscher

3. Regelmäßige Tätigkeit als Schriftdolmetscher

4. Regelmäßiger Besuch von Fortbildungsveranstaltungen.


Die unterschiedlichen Aspekte (1.-4.) können durch die Aufführung des Schriftdolmetschers/der Schriftdolmetscherin im Schriftdolmetscherregister des Bundesverbands der Schriftdolmetscher Deutschlands e. V. ( https://bsd-ev.org/register/) belegt werden.


Ab 60 Minuten arbeiten Schriftdolmetscher zur Qualitätssicherung in Doppelbesetzung. Ausnahmen, in denen eine Einzelbesetzung ohne Qualitätseinbußen denkbar sind: – in kleinen Gruppen (bis zu 3 Personen ohne Dolmetscher), wenn der Dolmetscher selbst die Pausen/Unterbrechungen steuern kann – wenn es einen Praxisanteil von über 50 % gibt, während dessen nicht gedolmetscht wird

Die im Bundesverband organisierten Schriftdolmetscherinnen engagieren sich für eine volle Teilhabe von Menschen mit Hörbehinderungen in allen Lebensbereichen. Wir begrüßen die Ausweitung der Möglichkeiten, die das neue SGB IX bietet.

Handhabe von Live-Mitschriften: Berufsethische und rechtliche Aspekte für Deutschland und Österreich DANIELA EICHMEYER – MARIO KAUL – BIRGIT NOFFTZ

Abstract: Die Digitalisierung ermöglichte es, hörgeschädigten Personen immer bessere simultane Schriftdolmetschung zu bieten. Oft werden die dabei produzierten Mitschriften zur weiteren Verwendung angefordert, ohne die rechtlichen und berufsethischen Konsequenzen zu bedenken. Da es dazu bisher keine Literatur gibt, werden in diesem Artikel Begriffsbestimmungen vorgenommen, sowie die berufsethischen und die rechtlichen Aspekte, insbesondere, was Datenschutz und Urheberrecht betrifft, beleuchtet, und die Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Handhabe von Mitschriften gezogen

http://comejournal.com/wp-content/uploads/2019/06/6.-CoMe-III-1-2018.-EICHMEYER-KAUL-NOFFTZ.pdf?fbclid=IwAR1cdnGe0EybXdQdshT0pAC5ByXVS17gXQ3OOr8HMKoS4DW6N9dcR5GLFOM